Montag, 18. Juni 2018

Wie führen wir unsere Manager?


Ein Fahrrad fährt dahin, wohin man schaut. Genauso verhält es sich mit Unternehmenszielen. Am besten quartalsweise mit jedem Manager drei Ziele festlegen und diese zweiwöchentlich besprechen. Mit dem Ziel zu coachen und nicht zu kontrollieren. Regelmäßige Treffen ermöglichen es, Feedback zu geben und bei Abweichungen rechtzeitig zu reagieren. Drei Werkzeuge helfen unsern Managern dabei: das BAVARIA Operating System (BOS), die Monatsberichterstattung und das CAPEX Genehmigungsblatt. 


Das BOS wird von den Unternehmen geführt;  für jede Abteilung werden vom Management drei bis maximal fünf Ziele festgelegt. Die unterstützenden Maßnahmen werden grob beschrieben und die Umsetzung wird mit entsprechenden Kennzahlen und einer Ampelfunktion visualisiert. So dienen zum Beispiel regelmäßige Besprechungen über Ausschussprodukte bei unsern Automobilzulieferern dazu, die in ppm gemessenen Ausschussraten zu senken und damit Sonderfahrten und andere Qualitätskosten zu senken. 


Unsere Monatsberichterstattung hilft, die direkten und indirekten Kosten der Leistungserstellung festzuhalten. Die Kosten werden in Prozent    der Leistungserstellung möglichst detailliert aufgeschlüsselt. Fällt die Leistung in einem Monat geringer aus, erkennt man den guten Manager daran, dass er alle Kosten im Vorhinein soweit wie möglich senkt (indem er zum Beispiel Personal nach Hause schickt oder die Urlaubsplanung mit der erwarteten Leistungserbringung abstimmt), immer mit dem Ziel, die Kostenquote konstant zu halten. Bei Fixkosten geht dies naturgemäß nur mit einer zeitlichen Verzögerung. Allerdings ist dies keine Entschuldigung dafür, dauerhaft mit zu hohen Kosten zu arbeiten.   Eine Analyse der wichtigsten Abweichungen, die Vorschau der nächsten drei Monate und  die quartalsweise neu ermittelte Jahresvorschau sind Teile der Übersicht. Daran lässt sich erkennen, ob das Management gezielt steuert oder nur im Blindflug unterwegs ist. Eine Bilanz- und Cashflow-Prognose ergänzen die Übersicht. 


Die wichtigste Aufgabe des Geschäftsführers ist die richtige Allokation der Unternehmensressourcen. Dazu gehört auch die Kontrolle der Investitionsentscheidungen. In einem CAPEX Kontrollblatt halten wir alles fest, was dazu gehört: neben der Kapitalinvestition  das Working Capital, was für die neue Maschine benötigt wird, sowie die Anlaufverluste. Wie die Finanzierung erfolgt, spielt keine Rolle für unsere Wirtschaftlichkeitsrechnung -  entscheidend ist der Return "cash-on-cash." Bei Rationalisierungsinvestitionen erwarten wir den Pay-back nach maximal zwei Jahren, bei Anschaffungen für Neuaufträge rechnen wir mit dem Pay-back nach höchstens drei Jahren.


Wie ein Unternehmen nach Kennzahlen zu führen ist, beschreibt das sehr empfehlenswerte Buch von Andy Grove "High Output Management". Auch die High Tech Unternehmen von heute wie Google oder Amazon verdanken ihren Erfolg der systematischen Vorgabe von Zielen und regelmäßigen Feedbackgesprächen, wie das Buch "Measure What Matters" von John Doerr zeigt. 



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