Donnerstag, 9. Dezember 2021

Entscheidungen unter Unsicherheit

Das Warten auf mehr Daten ist auch eine Entscheidung. Bestraft werden in der Regel Entscheidungen, die einen schlechten Ausgang nehmen, obwohl sie unter Berücksichtigung der damaligen Datenlage richtig waren. So muss sich gerade die dänische Ministerpräsidentin vor dem Parlament für das Töten von 1 Mio. Minks im letzten Jahr verantworten. Ein Abwarten hätte wahrscheinlich nicht zur parlamentarischen Untersuchung geführt, selbst wenn dadurch mehr Menschen an Corona erkrankt wären. In der Regel führt das dazu, dass Entscheidungen immer wieder vertagt werden oder einmal getroffene Entscheidungen nicht mehr infrage gestellt werden - unter anderem, weil es so umständlich war, überhaupt die Entscheidung einzuholen. Beispiele gibt es hierfür zuhauf, ob es der Bau von zwei Stahlwerken in den USA und Südamerika war, der unbeirrt von ThyssenKrupp  trotz der Überkapazitäten im Markt fortgeführt wurde. Was das Traditionsunternehmen fast in den Ruin führte. Oder der Verkauf unser K+S Gruppe an Sumitomo. Der japanische Verhandlungsführer gab mir gegenüber zu, dass sie trotz der aktuell schlechten Zahlen den Kaufpreis nicht revidieren werden, da das OK für den höheren Preis bereits vorliegt.

Gute Geschäftsführer (oder Politiker) entscheiden dagegen häufig und sind eher bereit, einmal getroffene Entscheidungen zu revidieren, wenn der Fehler offensichtlich ist. 

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